Firmenjubiläum

145 Jahre Böllhoff

Vier Generationen, eine gemeinsame Vision: Begeisterung für erfolgreiche Verbindungen

Aus dem Ruhrgebiet in die Welt

Vor 145 Jahren – am 6. Januar 1877 – begann die Geschichte unseres Unternehmens in Herdecke im Ruhrgebiet.

In dieser langen Zeit hat sich vieles verändert. Aus einem überregionalen Eisenwarenladen ist eine weltumspannende Unternehmensgruppe geworden – mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 24 Ländern. Auch unser Produktportfolio rund um die Verbindungstechnik ist breiter geworden.

Eines ist jedoch stets gleich geblieben: unsere „Begeisterung für erfolgreiche Verbindungen“ als Vision und Antrieb, mit dem wir uns immer wieder neu erfinden. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Generation für Generation.

Und da man nur einmal 145 Jahre alt wird, teilen wir über das Jahr hinweg einige Anekdoten aus unserer Unternehmensgeschichte mit Ihnen.

 Das Gründerhaus von Böllhoff in Herdecke
Das Gründerhaus von Böllhoff in Herdecke

Anekdote #3

Anfang der 1950er-Jahre: der Schraubenbankier

Ein Schrauben-Kopf im wörtlichen Sinne, ein B für Böllhoff als Körper und das Logo der Firma Wilhelm Böllhoff auf der Brust – das ist der Schraubenbankier, ein frühes Maskottchen unseres Unternehmens. Warum der Schraubenbankier kurz nach seiner Entstehung zu einem kleinen Ehekrach führte und erst zu unserem 145. Firmenjubiläum 2022 wieder auftauchte, das erfahren Sie in unserer nächsten Anekdote aus 145 Jahren Böllhoff.

Als Unternehmensleiter der zweiten Familiengeneration musste Josef Böllhoff die Nachwirkungen zweier Weltkriege bewältigen. Wie so viele andere Menschen auch war er anschließend gezwungen, auf Ruinen wieder komplett neu anzufangen. Neben seinem besonderen Sinn fürs Geschäft kam ihm dabei auch seine ausgeprägte Fantasie zugute.

Ein frühes Maskottchen von Böllhoff: der Schraubenbankier
Ein frühes Maskottchen von Böllhoff: der Schraubenbankier

„Fantasiebegabt wie er war, kam meinem Vater eines Tages die Idee, sich selbst Schraubenbankier zu nennen.“

Portrait von Dr. Wolfgang W. Böllhoff
Dr. Wolfgang W. Böllhoff Ehrenbeiratsvorsitzender der Böllhoff Gruppe
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Josef Böllhoffs Sohn Wolfgang – von 1962 bis 2004 Unternehmensleiter in dritter Generation – erinnert sich lebhaft an die Entstehungszeit des Schraubenbankiers

„Ich war 10 Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. In den Jahren danach bekam ich mehr und mehr rund um die Firma ganz bewusst mit, an das ich mich bis heute erinnern kann. So wie den Ehekrach rund um den Schraubenbankier. Meine Eltern hatten nicht viele Kräche, aber das, das war einer. (lacht)

Fantasiebegabt wie er war, kam meinem Vater eines Tages die Idee, sich selbst Schraubenbankier zu nennen. ‚Ich habe ein großes Sortiment, ich muss wechseln, ich muss herausgeben – ich bin der Schraubenbankier‘, sagte er dann. Von Wilhelm Heiner, einem befreundeten Künstler aus Bielefeld, ließ er sich dazu das Männchen gestalten und verwendete es auf Preislisten und Katalogen. Voller Begeisterung ging er mit seiner Idee anschließend zu meiner Mutter – und sie war entsetzt, bescheiden wie sie nun mal war. Ihre Worte habe ich immer noch im Ohr: ‚Was sollen denn die Leute sagen, wenn du so etwas von dir behauptest? Schraubenbankier, furchtbar. Wie kannst du es dir erlauben, dich Schraubenbankier zu nennen? Die Leute halten uns ja für verrückt und hochmütig.‘ Mein Vater liebte meine Mutter sehr und ihre Meinung bedeutete ihm viel. Also verschwanden die Kataloge danach schnell im Archiv – und mit ihnen auch der Schraubenbankier.“

Der Schraubenbankier heute

Als ein kleines Stück Böllhoff Geschichte hat der Schraubenbankier heute, zum 145. Firmenjubiläum, seinen Platz neben zwei unserer bekanntesten Verbindungselemente eingenommen: der RIPP LOCK® Sicherungsscheibe und dem HELICOIL® Smart Gewindeeinsatz. Willkommen zurück, Schraubenbankier!

Der Schraubenbankier auf einem Jubiläumsbanner am Böllhoff Hauptsitz in Bielefeld
Der Schraubenbankier auf einem Jubiläumsbanner am Böllhoff Hauptsitz in Bielefeld

Anekdote #2

1920er-Jahre: „Der große Auftrag“ und „Termin ist Termin“

Nach der militärischen Niederlage im Ersten Weltkrieg und dem damit einhergehenden Ende des Kaiserreichs steht Deutschland Anfang der 1920er-Jahre wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Um den Reparationsforderungen der Siegermächte trotzdem nachkommen zu können, bringt die deutsche Regierung mehr und mehr Geld in Umlauf – selbst wenn die materiellen Gegenwerte im Land dafür fehlen. Die Folge: eine Hyperinflation im Schicksalsjahr 1923. 1 US-Dollar ist im Dezember 1923 ganze 4,21 Billionen Mark wert; unvorstellbare Preise sind das Ergebnis. So kostet ein Ei in Berlin zu dieser Zeit satte 320 Milliarden Mark. Erst durch eine neue Währung, die Rentenmark, kann der extreme Wertverfall des Geldes schließlich gebremst werden.

Was folgt, ist ein neuer deutscher Optimismus ab 1924. Deutschland besinnt sich mehr und mehr auf seinen Erfindergeist zurück, ein erneuter wirtschaftlicher Aufstieg zeichnet sich ab. Wesentlicher Bestandteil dieses Aufstiegs sind die deutschen Schiffe, die nun wieder auf allen Weltmeeren unterwegs sind. Im August 1928 läuft ein Schnelldampfer mit modernster Ausstattung und Platz für über 2.200 Passagiere vom Stapel: die „Bremen“ – ein Prestigeprojekt der deutschen Werften. Für unsere zweite Firmengeneration um Josef Böllhoff ist das Schiff „der große Auftrag“, denn der über 280 Meter lange Dampfer wird komplett von Verbindungselementen von Böllhoff zusammengehalten. Auf ihrer Jungfernfahrt über den Atlantik kann die „Bremen“ 1929 sogar das Blaue Band erringen und ist damit zeitweise das schnellste Passagierschiff der Welt.

Bild des Passagierschiffs "Bremen"
Der Schnelldampfer Bremen auf seiner Jungfernfahrt im Jahr 1929

In den späten 1920er-Jahren ist die Schiffsindustrie der bedeutendste Kundenzweig von Böllhoff – mit einem Umsatzanteil von etwa 80 bis 90 Prozent. Unser Unternehmen genießt zu dieser Zeit ein hohes Vertrauen der Werften, da wir nicht nur in der Lage sind, zuverlässig Qualität und Quantität zu liefern, sondern auch die im Schiffsbau so wichtigen Liefertermine einzuhalten. Die große Bedeutung einer pünktlichen Lieferung fasst Josef Böllhoff stets mit seinem Ausspruch „Termin ist Termin“ zusammen. Der Kern dieser Aussage: Ein Schiff muss immer pünktlich vom Stapel laufen. Ergo ist der Liefertermin beim Kunden für ein Handelsunternehmen wie Böllhoff alles und muss jederzeit eingehalten werden. Als stetige Erinnerung daran sowie als zusätzliche Motivation für seine Beschäftigten lässt Josef Böllhoff den Ausspruch „Termin ist Termin“ später in einem Gemälde festhalten. Dieses Gemälde hängt noch heute im Eingang zur Logistik am Böllhoff Hauptsitz in Bielefeld.

Das Gemälde „Termin ist Termin“ am Böllhoff Hauptsitz in Bielefeld heute

Anekdote #1

1877: wie alles begann

Wir schreiben den 6. Januar 1877. Wilhelm Böllhoff, Sohn eines Schneidermeisters aus dem westfälischen Städtchen Herdecke, legt mit der Gründung eines Eisenwarengroßhandels den Grundstein für unsere Unternehmensgruppe. So wie seine Nägel und Schrauben ab jetzt Verbindungen schaffen würden, so lag auch diesem Beginn unserer Unternehmensgeschichte eine Verbindung zugrunde. Eine ganz besondere wohlgemerkt: eine Liebesbeziehung.

Denn alles begann schon vor 1877 – mit Anna, Tochter eines Landwirts aus dem benachbarten Wittbräucke. Wilhelm Böllhoff, zu der Zeit noch als Handelsreisender für Kleineisenwaren tätig, verliebte sich in Anna. Ihr Vater jedoch hatte eine genaue Vorstellung davon, was ein passender Mann für seine Tochter mitbringen sollte, wollte er sie zur Frau nehmen. Selbstständig sollte er sein – und sesshaft. Und so macht sich Wilhelm Böllhoff nach 10 Lehr- und Wanderjahren 1877 selbstständig: mit seinem eigenen Geschäft in Herdecke. Ein Jahr später, 1878, heiratet er seine Anna.

Selbstständig und verheiratet ist Wilhelm Böllhoff nun zwar – komplett sesshaft wird er noch lange nicht. Mit der Postkutsche und einigen Kisten Schrauben und Nägeln im Gepäck legt er in den kommenden Jahren teils lange Wege zur überregionalen Kundschaft zurück. Sogar bis nach Bayern und Brandenburg. Die Basis für unsere heutige Expertise im weltweiten Handel mit Verbindungselementen – sie ist schon hier klar zu erkennen.

Wilhelm und Anna Böllhoff
Wilhelm und Anna Böllhoff mit Kindern und Hund, kurz vor der Jahrhundertwende. Auf dem Schoß seiner Mutter: Josef Böllhoff, der 1923 die Führung des Unternehmens übernimmt.

Unsere Historie in dreieinhalb Minuten

145 Jahre Unternehmensgeschichte – das bedeutet unzählige erfolgreiche Verbindungen. Unsere Verbindungselemente fanden sich zum Beispiel im schnellsten Atlantikdampfer der 1920er-Jahre. In der Mondfähre, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969 auf die staubige Mondoberfläche brachte. Und im Laufe der Jahrzehnte natürlich auch in der einen oder anderen Automobil-Ikone.

Durch viele große und kleine Verbindungen haben wir uns als Unternehmen stetig weiterentwickelt. In diesem Video zeigen wir Ihnen einige der bedeutendsten Meilensteine unserer 145-jährigen Historie.